Kreditsicherheiten

Unternehmensübertragungen sowie der Kauf von einzelnen Vermögensbestandteilen gehen häufig mit einer Finanzierung des Kaufpreises einher. Auch im laufenden Unternehmen ergibt sich regelmäßig ein Bedarf für die Kapitalzuführung, z.B. im Rahmen einer Projektentwicklung oder von Investitionen. Der Kapitalbedarf wird häufig über Fremdmittel in Form von Krediten bedient.

Je nach Art und Umfang der Finanzierung und der Personen des Kreditnehmers und des Kreditgebers bestehen unterschiedliche Bedürfnisse und Möglichkeiten der Kreditsicherung.

Klassische Kreditsicherheiten sind Grundpfandrechte, Verpfändungen von Geschäftsanteilen, Abtretungen von Forderungen und Bürgschaften.

Grundpfandrechte spielen als Kreditsicherheit eine herausragende Rolle im Bereich der Immobilienfinanzierung. In der Unternehmensfinanzierung kommt daneben häufig auch die Verpfändung von Geschäftsanteilen zugunsten der Kreditgeber oder Treuhandschaften als Sicherungsmittel zum Einsatz.

Sowohl die Bestellung von Grundpfandrechten als auch die Verpfändung von Geschäftsanteilen an einer GmbH unterliegen gemäß den zur Anwendung kommenden gesetzlichen Bestimmungen einer notariellen Form.

Unter den gesetzlich (abschließend) normierten Grundpfandrechten hat die Grundschuld als Kreditsicherheit in praktischer Hinsicht die größte Bedeutung. Sie ist das meist verwendete – am häufigsten als Buchgrundschuld, seltener als Briefrecht – Sicherungsmittel im Zusammenhang mit Immobilienkrediten. Nur noch wenig praktische Relevanz hat die Hypothek als klassisches Sicherungsmittel. Vor allem im Bereich der Finanzierung durch Privatpersonen bietet die Hypothek aber Vorteile im Vergleich zur Grundschuld. Häufiger kommen Hypotheken in der Form der Sicherungshypothek im Rahmen notleidender Finanzierungen oder sonst drohend zahlungsunfähiger Schuldner mit Immobilienbesitz vor.

Die Grundschuld besteht in der gesetzlichen Konzeption – im Gegensatz zur kaum noch gebräuchlichen Hypothek – grundsätzlich abstrakt von dem zugrundeliegenden, besicherten Rechtsverhältnis. Als abstraktes Sicherungsmittel bedarf die Grundschuld in der Finanzierungsberatung und der notariellen Betreuung besonderer Beachtung. Verkäufer von Immobilien sind durch sorgfältige Gestaltungen, die die Verwendbarkeit einer im Rahmen der Kaufpreisfinanzierung bestellten Grundschuld einschränken, vor einer Inanspruchnahme des durch die Grundschuld besicherten Kreditgebers vor Kaufpreiszahlung zu schützen. Kreditnehmer sind über die Wirkungen der – inhaltlich in aller Regel vom Kreditgeber vorgegebenen – Grundschuldbestellungsurkunde aufzuklären. Formell ist die im Grundbuch einzutragende Grundschuldbestellung mindestens notariell zu beglaubigen. Regelmäßig sehen die von den Kreditgebern vorgegebenen Grundschuldformulare aber auch Zwangsvollstreckungsunterwerfungen des Kreditnehmers sowohl zur Vollstreckung in die Immobilie selbst, aber auch wegen regelmäßig im Rahmen der Grundschuldbestellung abzugebender Schuldanerkenntnissen in das sonstige Vermögen des Kreditnehmers vor. In diesen Fällen ist die Grundschuldbestellung nicht nur notariell zu beglaubigen, sondern zu beurkunden.

Verträge zur Verpfändung von Geschäftsanteilen zur Absicherung eines einem Gesellschafter oder einem Unternehmen gewährten Kredits bedürfen ebenfalls wegen gesetzlicher Formvorschriften der notariellen Beurkundung. Auch hier wird die inhaltliche Ausgestaltung, insbesondere die Bestimmungen über den Sicherungszweck, den Sicherungsumfang, den Sicherungsfall und die Art und Weise der Verwertung der verpfändeten Geschäftsanteile durch den Pfandnehmer, aber in der Regel von dem Kreditgeber als Sicherungsnehmer vorgegeben.

Soweit die Gewährung von Kreditsicherheiten der notariellen Form bedarf, verfügen die Notare bei LEONHARDT RATTUNDE über die erforderliche Expertise für die notarielle Betreuung bei der sorgfältigen Vorbereitung und Durchführung solcher Vereinbarungen.

In Krisensituationen können die Rechtsanwälte von LEONHARDT RATTUNDE aufgrund ihres insolvenzrechtlichen Know-Hows und ihrer umfassenden Praxiserfahrung kompetent und schnell reagieren und die Betroffenen hinsichtlich der optimalen Wahrung ihrer Rechte im Rahmen eines Insolvenzverfahrens oder im Rahmen einer außergerichtlichen Sanierung beraten und vertreten. Zu unseren zufriedenen Mandanten zählen insoweit sowohl Kreditnehmer als auch institutionelle und private Kreditgeber, Lieferanten und Investoren.

Kreditsicherheiten spielen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Krise eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben.

Aktuelle Veranstaltungen

Der ULTRAMan für Insolvenzrechtler: Ein Tag - 15 Stunden FAO im Insolvenzrecht

Am: 08.11.2019
Referenten: Prof. Dr. Torsten Martini, RA Dr. Jürgen Spliedt, RiAG Dr. Thorsten Graeber
Berlin (Der genaue Ort wird Ihnen vom Veranstalter mitgeteilt)

6. Fachanwaltslehrgang Insolvenzrecht - Baustein 5: Amt des (vorläufigen) Insolvenzverwalters; Sicherung und Verwaltung der Masse

Am: 05.12.2019 - 07.12.2019
Referent: Prof. Dr. Torsten Martini
H4 Hotel Hamburg-Bergedorf

Fachanwaltslehrgang Insolvenzrecht - Baustein 8: Insolvenzplanverfahren, Eigenverwaltung, Schutzschirmverfahren

Am: 08.02.2020
Referent: Prof. Rolf Rattunde †
H4 Hotel Hamburg-Bergedorf

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