04.05.2015 / Pressemitteilungen

Prof. Dr. Uthoff nimmt Insolvenzplan zurück

Finanzamt stimmt vollständiger Entschuldung durch Insolvenzplan bisher nicht zu / Statt Interessenausgleich im Insolvenzplan nun ein reguläres Insolvenzverfahren

KIEL, 4. MAI 2015. Prof. Dr. Detlef Uthoff hat den vorgelegten Insolvenzplan heute zurückgezogen. Er bat das Amtsgericht Kiel deshalb, den für Donnerstag angesetzten Erörterungs- und Abstimmungstermin aufzuheben. Auf diesem Termin sollten die Vertreter der Gläubiger über den Insolvenzplan abstimmen.


"Ein Ausgleich der Interessen der Gläubiger und des Schuldners war über den vorgelegten Insolvenzplan bisher nicht zu erreichen, da insbesondere das Finanzamt Kiel Nord einer vollständigen Steuerbefreiung von Prof. Dr. Uthoff nach Annahme des Plans noch nicht zustimmen wollte. Dadurch können aber weitere Nachteile für Prof. Dr. Uthoff nicht ausgeschlossen werden. Das Verfahren wird deshalb in seiner Eigenverwaltung, aber ohne Insolvenzplan zu Ende geführt", erklärte Prof. Rolf Rattunde als Generalbevollmächtigter von Prof. Dr. Uthoff. 


"Mit dem bisherigen Verfahren habe ich mein wichtigstes Ziel bereits erreicht: Die von mir aufgebaute und international renommierte Augenklinik Bellevue wird durch den Verkauf mit allen 160 Arbeitsplätzen von meinen Ärzten weitergeführt. Mein Lebenswerk ist also langfristig gesichert. Leider konnte im Insolvenzplanverfahren die steuerliche Situation nicht abschließend geklärt werden. Es bleibt unklar, ob das Finanzamt Steuern auf Sanierungsgewinne und die Stadt Kiel Gewerbesteuern nach Annahme des Plans erhebt. Das ist umso bedauerlicher, da das Finanzamt offene Steuerfragen jahrelang nicht klären konnte und strittige Steuerforderungen der Stadt Kiel letztlich die 160 Arbeitsplätze der Klinik gefährdet hatten und zum Insolvenzantrag führten", so Prof. Dr. Detlef Uthoff. 


Vor diesem Hintergrund bietet ein Insolvenzplan weder für Prof. Dr. Uthoff noch für die Mehrheit der Gläubiger Vorteile gegenüber einer Regelabwicklung im regulären Insolvenzverfahren. Die Insolvenzmasse dürfte auch durch eine Abschlagsverteilung der Insolvenzmasse zügig zu verteilen sein.


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Prof. Rolf Rattunde

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LEONHARDT RATTUNDE zählt zu den führenden Kanzleien für Insolvenzrecht in Deutschland. Neben Insolvenzverwaltung bietet die Kanzlei auch Sanierungsberatung, Prozessführung, Vertragsrecht und Notariat an den Standorten Berlin, Erfurt, Kiel und Köln. Bundesweit ist die Kanzlei mit 30 Berufsträgern, darunter 10 Insolvenzverwaltern und 5 Notaren, tätig.

Rolf Rattunde †

Rechtsanwalt / Fachanwalt für Steuerrecht / Fachanwalt für Insolvenzrecht / Insolvenzverwalter / Partner

verstorben am 26.06.2019