Unternehmensfortführung

In jeder Unternehmenskrise und in jedem Insolvenz(antrags)verfahren stellt sich die Frage, ob das Unternehmen fortgeführt werden kann oder der Betrieb eingestellt werden muss.

Unabhängig von der jeweiligen Unternehmensgröße und dem Geschäftszweig, ist es vor Beginn einer jeden Unternehmensfortführung notwendig, eine ebenso kurzfristige wie auch gründliche Analyse der wirtschaftlichen und rechtlichen Situation zu erstellen. Hierbei stellen sich die folgenden Fragen: Ist ein laufender Geschäftsbetrieb vorhanden und unterstützt die Geschäftsleitung eine Unternehmensfortführung? Welche liquiden Mittel sind sofort verfügbar? In welchem Umfang sind Anlage- und Umlaufvermögen vorhanden und sind diese Gegenstände gegebenenfalls durch Drittrechte besichert? Gegenüber welchen Debitoren bestehen offene Forderungen, sind diese werthaltig und kurzfristig einbringlich oder eventuell an Dritte abgetreten? Gegenüber welchen Kreditoren bestehen Verbindlichkeiten und wann sind diese fällig? Welche Ausgaben müssen sofort getätigt werden, damit der Geschäftsbetrieb nicht zum Erliegen kommt?

In enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung sollte anschließend eine Ertrags- und Liquiditäts-Planung für den Zeitraum der gemeinsamen Unternehmensfortführung ausgearbeitet werden. Wird diese fortlaufend und nach Möglichkeit täglich aktualisiert, ermöglicht sie eine engmaschige Kontrolle der Geschäftsvorfälle, Umsätze und Kosten. Negative Entwicklungen können hierdurch frühzeitig erkannt, analysiert und ihnen entgegengewirkt werden.

Möglichst umgehend sollte zudem Kontakt zu den wichtigsten Auftraggebern und Lieferanten aufgenommen werden, um sich mit diesen über die Konditionen der weiteren Auftragserteilung- und Abwicklung zu verständigen. Werden keine Aufträge mehr erteilt oder weigern sich Lieferanten zu den bisherigen Konditionen zu liefern, kann dies die Unternehmensfortführung und somit letztlich auch eine Sanierung des Unternehmens massiv gefährden. 

Ebenso wichtig ist eine frühzeitige Kommunikation mit den Mitarbeitern. Im Rahmen von Betriebsversammlungen sollten diese über die aktuelle Situation informiert und für die Unternehmensfortführung motiviert werden. Oft herrscht zunächst Verunsicherung unter der Belegschaft; Gerüchte verbreiten sich schnell und die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes schwebt über allem. Eine offene Kommunikation und transparente Personalpolitik ermöglicht es, diesen Entwicklungen entgegenzutreten. Auch bildet die Insolvenzgeldvorfinanzierung ein probates Mittel, um die ersten Sorgen der Mitarbeiter zu beseitigen. Denn ohne die Bereitschaft der Mitarbeiter, ist noch jede Unternehmensfortführung gescheitert. 

Sind die zuvor genannten Voraussetzungen gegeben, kann die Unternehmensfortführung in der Insolvenz die Grundlage einer erfolgreichen Sanierung bilden und ist somit eine Chance für Schuldner und Gläubiger gleichermaßen.

Das Team von LEONHARDT RATTUNDE hat bereits hunderte von Unternehmensfortführungen in den verschiedensten Branchen und in allen Größenordnungen erfolgreich begleitet und damit den Grundstein für viele erfolgreiche Sanierungen gesetzt.

Die Ertrags- und Liquiditäts-Planung ist der Kern einer erfolgreichen Beratung zur Fortführung eines Unternehmens im Krisenfall.

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